Förderkompass Energie: Förderungen und Zuschüsse 2016

Die Heizungsanlagen in deutschen Privathaushalten stoßen im Jahr ungefähr 100 Millionen Tonnen an Treibhausgasen aus. Diese Zahl lässt sich durch den Ersatz der Heizungsanlage durch ein modernes und effektives Heizungssystem stark reduzieren, was zur Entlastung der Umwelt und zur Beschleunigung der Energiewende beiträgt und außerdem die Heizkosten erheblich senkt.

Um die Kosten für diese Modernisierung nicht allein tragen zu müssen, können Hauseigentümer in Deutschland auf verschiedene Förderprogramme zurückgreifen.

Ein Träger der Fördermaßnahmen ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das nicht zurückzuzahlende Zuschüsse zur Neuinstallation oder Sanierung von Heizungsanlagen vergibt.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die drittgrößte Bank Deutschlands und gleichzeitig die größte Förderbank weltweit. Sie gewährt Hauseigentümern zinsgünstig Kredite zur Finanzierung der Umstellung von Heizungsanlagen, die unter Umständen mit Zuschüssen der BfA kombinierbar sind.

Möglichkeiten der Förderung bei Neubauten

Bei der Planung eines Neubaus oder dem Erwerb eines neuen Hauses ist es sinnvoll, auf ein nach den KfW-Effizienzhaus-Standards errichtetes Haus zurückzugreifen. Gemäß Energieeinsparverordnung (EvEV) dürfen bei einem solchen Haus der Jahresprimärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust bestimmte Höchstwerte nicht überschreiten. Das KfW-Effizienzhaus ist dabei abgestuft eingeteilt in 100, 70, 55 und 40, wobei das KfW-Effizienzhaus 40 die höchste Energieeffizienz aufweist.

Nur die Effizienzhäuser 70, 55 und 40 sind dabei förderwürdig durch die KfW.

Die KfW benennt die einzelnen Fördermaßnahmen zum leichteren Auffinden mit Zahlen, Fördermaßnahmen für ein energieeffizientes Bauen tragen die Kennziffer 153.
Das für den Erwerb eines KfW-Effizienzhauses relevante Förderprogramm trägt die Nummer 124.

Baukostenzuschüsse von der BAFA lassen sich mit den Förderprogrammen 153 und 167 der KfW kombinieren.

Sanierung einer Heizungsanlage

Für die Umwandlung des Wohneigentums in ein KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40 bietet die KfW zinsgünstige Kredite an. Für die Erneuerung der bestehenden Heizungsanlage greift das Kreditprogramm 151/152, das energetische Einzelmaßnahmen zum Gegenstand hat, die mit BAFA-Zuschüssen kombinierbar sind. Heizungsanlagen, die sowohl fossile Brennstoffe als auch erneuerbare Energien verwenden, sind nur durch die KfW förderwürdig.

Blockheizkraftwerke (BHKW) oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen fördert die KfW ab dem 01.04.2016 nicht mehr.
Die BAFA fördert Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von höchstens 20kW weiterhin mit einem einmaligen Investitionszuschuss.
Gemäß dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vergütet der Stromnetzbetreiber die durch ein BHKW ins Netz eingespeiste Energie, wenn für die Anlage ein BAFA-Zulassungsbescheid vorliegt.

Förderprogramme für Kaminöfen

Für Kaminöfen existiert zwar kein spezielles Förderprogramm, ein effizienter Kaminofen trägt aber zum Erreichen des Energieeffizienz-Standards bei und ist somit Bestandteil eines förderwürdigen Gesamtpakets. Weitere Informationen hierzu sind bei Kamdi24 auf https://www.kamdi24.de/ erhältlich.
Die BAFA bezuschusst Kaminöfen nur, wenn diese wasserführend arbeiten, mit Pellets heizen und den hydraulischen Abgleich von Heizkörpern ermöglichen. Bei solchen Kaminöfen handelt es sich prinzipiell um Zentralheizungen.

Diverse Möglichkeiten für die Beheizung

Die KfW und BAFA fördern nicht nur den Ein- oder Umbau einzelner Heizungsanlagen für ein Haus, sondern auch Heizungsgemeinschaften und Hausbesitzer sowie Contractoren.

Für die anteilige Finanzierung einer gemeinsamen Heizungsanlage durch einen KfW-Kredit können sich mehrere Eigentümer einer Wohnanlage oder von nebeneinander liegenden Häusern zu einer sogenannten Heizungsgenossenschaft zusammentun. Jeder einzelne Haus- oder Wohnungseigentümer muss dabei Fördermittel beantragen. Die Wohnung oder Wohnanlage muss durch die Förderung einen KfW-Effizienzhaus-Standard erreichen, wozu eventuell weitere Sanierungsmaßnahmen notwendig sein können. Das Förderprogramm der KfW bestimmt sich dabei durch die Art der Heizungsanlage. 167 ist das einzige mit BAFA-Zuschüssen kombinierbare Programm. Weitere KfW-Programme sind 151, 152 und 430.
Beim Energie-Contracting übernimmt ein Energielieferant, etwa ein BHKW-Betreiber, die Wärmeversorgung von Immobilien. Die KfW- und BAFA-Förderung erfolgt nur an den Contractor als Betreiber und Inhaber, wovon allerdings auch die jeweiligen Wohnungs- und Hauseigentümer profitieren, da die Berechnung der Energieeffizienz jedes angeschlossenen Hauses die Kennziffer der externen Anlage mit einbezieht und außerdem der Contractor den Unterhalt und die Wartung der Heizungsanlage übernimmt.
KfW-Programme für Hauseigentümer und Contractoren sind hierzu 152, 153 und 167.

Kommunale und regionale Fördermittel

Auch einzelne Bundesländer und Kommunen gewähren zunehmend Förderungen für gewerbliche und private Immobilieneigentümer zur Erneuerung von Heizungsanlagen oder zum Einbau von mit erneuerbaren Energien arbeitenden Systemen in Neubauten.
Ein Beispiel dafür in Bayern ist das 10.000-Häuser-Programm, das Ein- sowie Zweifamilienhäuser beim Austausch der alten Heizungsanlagen durch moderne Heiz-Speichersysteme oder bei Neubauten bezuschusst. Dazu ist allerdings die gleichzeitige Förderung durch die KfW-Programme 151, 152 oder auch 153 nötig.

Die einzelnen Förderprogramme von den Bundesländern oder Kommunen lassen sich über Internet-Informationsportale finden oder durch Anfragen bei der Gemeinde. Allgemeine Informationen, sowie Gutscheine für diverse Energie und Gas Anbieter gibt es auch auf rabattino.de.

Zuschuss-Beispiele

Pellet-Ofen und Solaranlage in Kombination
8kW Pellet-Ofen mit Wasserführung sowie vier Solarkollektoren in einem Einfamilienhaus mit einer Fläche von 10m² brutto.
+ BAFA-Basisförderung Pellet-Ofen mit Wasserführung 2.000€
+ BAFA-Basisförderung Solarkollektoranlage 2.000€
+ Kombinationsbonus 500€
= Fördersumme 4.500€
Außerdem sind zur Anlagen-Optimierung 10 % von Einzelmaßnahmen-Kosten förderbar, wie etwa der Einbau von Pufferspeichern oder die Erneuerung der Schornsteinanlage.

Pellet-Kessel und Solaranlage in Kombination
15kW Pelletkessel mit Pufferspeicher sowie drei Solarkollektoren im Einfamilienhaus mit einer Fläche von 9m² brutto.
+ BAFA-Basisförderung Pellet-Kessel mit Pufferspeicher 3.500€
+ BAFA-Basisförderung Solarkollektoranlage 2.000€
+ Kombinationsbonus 500€
= Fördersumme 6.000€
Außerdem sind 10% von Einzelmaßnahmen-Kosten förderbar, wie etwa die Entsorgung alter Gas-/Öltanks.